ChatGPT-Shopping & Perplexity: Was die Trends für Affiliates bedeuten
ChatGPT-Shopping und KI-gestützte Produktempfehlungen verändern das Affiliate-Marketing spürbar. Immer mehr Kaufentscheidungen entstehen direkt in KI-Interfaces. Für Affiliates heißt das: weniger klassische Klicks, aber neue Chancen im Kaufprozess.
Warum diese Themen für Affiliates jetzt entscheidend sind
Laut des Affiliate-Marketing Trend-Reports 2026 der MAI GROUP bewerten 54 Prozent der Marktteilnehmer ChatGPT-Shopping und Perplexity als relevanten Faktor für zukünftige Kaufentscheidungen.
Nutzer erhalten Produktempfehlungen, Vergleiche und Entscheidungshilfen direkt im Chat, ohne mehrere Websites zu besuchen. Dadurch verschiebt sich der klassische Affiliate -Funnel. Die letzte Kaufphase verliert an Bedeutung, während frühe Kontaktpunkte, Vertrauen und Markenwahrnehmung deutlich wichtiger werden. Dieser Beitrag diskutiert die Erkenntnisse des Trend-Reports sowie mögliche Handlungsansätze für Affiliates.
Warum ChatGPT-Shopping die Affiliate-Umsätze unter Druck setzt
KI-gestützte Shopping-Antworten verändern den klassischen Kaufprozess grundlegend. Systeme wie ChatGPT und Perplexity bündeln Informationen, Bewertungen und Empfehlungen direkt in einer Antwort. Nutzer erhalten damit bereits im Chat eine fundierte Entscheidungsgrundlage, ohne mehrere Websites zu besuchen.
Die letzte Kaufphase verliert an Bedeutung
Ein Großteil klassischer Affiliate-Umsätze entsteht traditionell kurz vor dem Kauf. Genau diese Phase wird zunehmend von KI übernommen. Produkt Shortlists, Vergleiche und klare Empfehlungen reduzieren die Notwendigkeit, zusätzliche Affiliate-Seiten aufzurufen. Für Publisher ist dies ein Risiko.
Vergleichsseiten werden austauschbar
Einige Affiliate-Modelle basieren auf standardisierten Vergleichstabellen und generischen Produktbeschreibungen. KI-Systeme können diese Informationen schnell zusammenfassen und in kompakter Form ausspielen. Seiten ohne eigene Einordnung, Bewertung oder Spezialisierung verlieren dadurch ihren Wettbewerbsvorteil.
Sichtbarkeit verschiebt sich aus der Suche in den Chat
Klassische Suchergebnisse werden zunehmend von KI-Antworten überlagert. Selbst bei hoher SEO-Sichtbarkeit sinkt die Klickwahrscheinlichkeit, wenn Nutzer ihre Antwort bereits im Chat erhalten. Der Affiliate-Traffic ist damit nicht mehr nur ausschließlich eine Frage von Rankings, sondern von Relevanz im KI-Kontext.
Der Entscheidungsprozess wird stärker vorverlagert
KI begleitet Nutzer früher im Funnel und beeinflusst Kaufentscheidungen bereits in der Orientierungsphase. Affiliates, die erst am Ende des Prozesses ansetzen, werden seltener wahrgenommen. Wer vor der KI-Entscheidung keinen Kontakt hat, kann Einfluss auf den finalen Kaufprozess verlieren.
Vertrauen verlagert sich auf KI-Systeme
Manche Nutzer empfinden KI-Antworten als neutral und objektiv. Dadurch kann sich das Vertrauen weg von einzelnen Websites hin zur Plattform selbst verschieben. Affiliates müssen folglich ihre eigene Expertise, Transparenz und Glaubwürdigkeit klar sichtbar machen.
Wie Affiliates Einnahmeverluste vermeiden können
Fokus bewusst auf frühere Funnel-Phasen verlagern
Klassische Affiliate-Umsätze entstehen nicht ausschließlich in der letzten Kaufphase. KI-Systeme übernehmen dort bereits große Teile der Entscheidungsfindung. Affiliates könnten ihre Inhalte zusätzlich gezielt auf die Recherche und Orientierungsphase ausrichten sowie auf Leads setzen.
Kaufberatungen, Entscheidungshilfen, Anwendungsbeispiele und Vergleichslogiken helfen Nutzern, überhaupt erst eine Vorauswahl zu treffen. Wer früh im Entscheidungsprozess präsent ist, bleibt relevant, auch wenn der eigentliche Kauf später erfolgt.
Inhalte mit echtem Mehrwert priorisieren
Austauschbare Produkttexte und oberflächliche Vergleiche verlieren massiv an Sichtbarkeit. Es ist deshalb wichtig, eigene Inhalte kritisch zu hinterfragen. Entscheidend ist, ob ein Beitrag Fragen beantwortet, Unsicherheiten reduziert oder echte Erfahrungen vermittelt.
Inhalte mit klarer Einordnung, nachvollziehbaren Kriterien und ehrlicher Bewertung halten Nutzer länger auf der Seite und werden auch von KI-Systemen häufiger berücksichtigt.
Abhängigkeit von reinem SEO-Traffic reduzieren
Sinkender organischer Traffic muss nicht automatisch zu sinkenden Umsätzen führen. Affiliates könnten parallel andere Zugangswege stärken. Newsletter, Direktzugriffe, Social Media-Reichweite oder Community-Formate sorgen für wiederkehrende Nutzer. Diese kommen gezielt zurück und konvertieren unabhängig von aktuellen Such oder KI-Trends.
Eigene Marke als Vertrauensanker etablieren
Eine starke Marke wirkt wie ein Schutzschild gegen Traffic-Verluste. Nutzer vertrauen bekannten Absendern eher als anonymen Vergleichsseiten. Affiliates könnten klar kommunizieren, wofür ihre Marke steht, welche Zielgruppe sie anspricht und welche Expertise sie bietet. Persönliche Ansprache, wiedererkennbare Tonalität und feste Content-Formate können die Zielgruppenbindung stärken und für langfristige Einnahmestabilität sorgen.
Monetarisierung breiter aufstellen
Wer ausschließlich auf klassische Affiliate-Links setzt, ist besonders anfällig für Veränderungen im Kaufprozess. Affiliates sollten prüfen, welche zusätzlichen Erlösmodelle sinnvoll sind. Dazu gehören exklusive Deals, Kooperationen mit Advertisern, Beratungsangebote oder Content-Formate mit Sponsoring. Eine breitere Monetarisierung federt Einnahmeverluste ab.
Daten und Nutzerverhalten stärker analysieren
Auch wenn Tracking schwieriger wird, liefern Nutzersignale weiterhin wertvolle Hinweise. Affiliates sollten genau beobachten, welche Inhalte wiederkehrende Nutzer erzeugen, wo Vertrauen entsteht und welche Themen besonders häufig zu späteren Conversions führen. Diese Erkenntnisse helfen dabei, Inhalte gezielt weiterzuentwickeln und Einnahmequellen zu stabilisieren.
Wie Affiliates den KI-Shopping-Trend aktiv nutzen können
Inhalte gezielt für KI-Antworten optimieren
KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die klar strukturiert, verständlich und eindeutig sind. Affiliates sollten ihre Inhalte so aufbauen, dass konkrete Fragen direkt beantwortet werden. Klare Zwischenüberschriften, kurze erklärende Absätze, Tabellen sowie Pro-und-Contra-Übersichten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten aufgegriffen zu werden.
Produktabhängig ist dabei eine klare Haltung wichtig. Inhalte mit echten Empfehlungen, nachvollziehbaren Bewertungen und konkreten Einschätzungen werden häufiger berücksichtigt als neutrale Aufzählungen.
Als Quelle und Experte sichtbar werden
KI-Shopping lebt von Vertrauen. Affiliates können davon profitieren, wenn sie als glaubwürdige Quelle wahrgenommen werden. Autorenseiten, transparente Vorstellung der eigenen Expertise und nachvollziehbare Testkriterien spielen dabei eine zentrale Rolle.
Wer zeigt, warum ein Produkt empfohlen wird und auf welcher Erfahrung diese Empfehlung basiert, erhöht die Chancen, in KI-Antworten von Systemen wie ChatGPT oder Perplexity zitiert oder sinngemäß berücksichtigt zu werden.
Affiliate-Links strategisch und langfristig einsetzen
Der direkte Klick aus der KI-Antwort wird für Affiliates seltener. Umso wichtiger ist es, Nutzer langfristig abzuholen. Affiliate-Links sollten sinnvoll in erklärende Inhalte eingebettet sein und nicht nur am Ende eines Beitrags stehen. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen, sodass Nutzer später gezielt zur Website zurückkehren und dort konvertieren. Der Kauf findet dann nicht immer unmittelbar statt, sondern zeitversetzt.
Eigene Inhalte als Entscheidungsgrundlage positionieren
KI liefert häufig eine Vorauswahl, ersetzt aber nicht jede Detailentscheidung. Affiliates können hier ansetzen, indem sie tiefergehende Inhalte anbieten. Dazu gehören detaillierte Vergleiche, Langzeiterfahrungen, echte Nachteile eines Produkts oder klare Empfehlungen für bestimmte Zielgruppen. Wer diese Lücke füllt, kann nach der KI-Antwort zur zweiten Entscheidungsstufe werden.
Creator-Ansatz gezielt ausbauen
Der Trend geht klar in Richtung Creator Commerce. Affiliates sollten sichtbarer werden und ihre persönliche Perspektive einbringen. Videos, Podcasts, Social Media-Inhalte und persönliche Einschätzungen ergänzen sinnvoll klassische Textformate. Nutzer folgen Menschen eher als anonymen Websites. Diese Bindung sorgt dafür, dass Empfehlungen auch außerhalb klassischer Suchprozesse Wirkung entfalten können.
KI als Recherche- und Content-Werkzeug nutzen
Viele Affiliates sehen KI nicht nur als Konkurrenz, sondern auch als Werkzeug. KI-Tools helfen bei der Analyse von Nutzerfragen, der Strukturierung von Inhalten und der Identifikation relevanter Themen entlang des Funnels. Wer KI gezielt einsetzt, kann schneller reagieren, Inhalte besser ausrichten und Trends frühzeitig erkennen.
Was Affiliates jetzt unbedingt beachten müssen
Abhängigkeiten von einzelnen Plattformen konsequent reduzieren
Änderungen oder neue Produktfeatures kurzfristig verschieben. Wer ausschließlich auf organischen Traffic setzt, riskiert plötzliche Einnahmeverluste.
Affiliates sollten sich weder auf Google noch auf einzelne KI-Interfaces verlassen. Die Sichtbarkeit kann sich durch Algorithmus- Sinnvoll ist ein breiter Channel-Mix aus SEO, Social Media, Newsletter, Direktzugriffen und gegebenenfalls Paid-Formaten. Ziel ist es, wiederkehrende Nutzer aufzubauen, die gezielt zur eigenen Marke zurückkehren und nicht nur über eine Plattform kommen.
Attribution und Erfolgsbewertung neu definieren
Der klassische Last Click bildet den tatsächlichen Einfluss von Affiliates immer schlechter ab. KI-getriebene Kaufprozesse bestehen aus mehreren Kontaktpunkten, die zeitlich und kanalübergreifend stattfinden. Affiliates sollten ihren Wert im frühen Funnel stärker dokumentieren. Dazu gehören Sichtbarkeit in der Recherche-Phase, Markenkontakte sowie Kaufimpulse.
Diese Leistungen müssen auch gegenüber Advertisern klar kommuniziert werden, um langfristig faire Provisionsmodelle zu sichern.
Tracking-Realität akzeptieren und Strategien anpassen
Cookie-Verluste, eingeschränkte Tracking-Möglichkeiten und KI-vermittelte Kaufentscheidungen erschweren die eindeutige Zuordnung von Conversions. Affiliates müssen sich darauf einstellen, dass nicht jede Leistung messbar ist. Umso wichtiger werden qualitative KPIs wie Markenbekanntheit, Newsletter-Abos oder wiederkehrende Nutzer. Wer nur auf kurzfristig messbare Conversions optimiert, wird langfristig wahrscheinlich an Relevanz verlieren.
Transparenz und Vertrauen aktiv stärken
Vertrauen wird zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Affiliates müssen klar kennzeichnen, wo Werbung beginnt und wo persönliche Einschätzung endet. Ehrliche Bewertungen, nachvollziehbare Kriterien und transparente Affiliate-Hinweise erhöhen nicht nur die Glaubwürdigkeit bei Nutzern, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, von KI-Systemen als vertrauenswürdige Quelle berücksichtigt zu werden.
Rechtliche Rahmenbedingungen im Blick behalten
Neue Formate wie KI-Antworten, Social Content oder Creator-Empfehlungen ändern nichts an bestehenden Kennzeichnungspflichten. Affiliates sollten sicherstellen, dass Werbung auch in neuen Kanälen korrekt gekennzeichnet ist. Rechtssicherheit schützt nicht nur vor Abmahnungen, sondern stärkt langfristig auch die Markenreputation.
Fazit: ChatGPT-Shopping & Perplexity im Affiliate-Marketing
Die Trends rund um ChatGPT-Shopping und Perplexity deuten auf einen grundlegenden Wandel im Affiliate-Marketing hin. Weniger klassische Klicks bedeuten dabei jedoch nicht automatisch weniger Umsatz. Affiliates, die auf Expertise, Marke und Mehrwert setzen, können sich auch in einer KI-geprägten Shopping-Welt langfristig ihre Relevanz sichern.