Der Internet Cookie und Tracking im Online Marketing: Ein Überblick
Beim Surfen im Internet bekommt es nicht jeder unbedingt mit. Doch wer Nachrichten im Online Magazin liest, bequem von Zuhause eine Pizza bestellt oder auf Amazon ein neues Smartphone sucht, bleibt nicht unerkannt: Webseitenbetreiber und Unternehmen (Merchants) wollen verstehen, worin die individuellen Interessen der Besucher liegen und ob sie zur Webseite zurückkehren.
Dabei gilt: Je umfangreicher das User Surfprofil, desto wertvoller die gewonnen Daten für die Optimierung von (personalisierter) Werbung. Wie gehen Merchants und Online Partner der Anbieter (Affiliates) dabei vor?
Die Artikelreihe “Trackingmethoden im Affiliate Marketing” ist ein Versuch, das komplexe Thema rund um Cookies und verschiedene Trackingmethoden anschaulich darzustellen.
Zweifelsohne wissen die meisten Internetnutzer und Affiliates, dass es sich bei Cookies nicht um ein essbares Gebäck handelt, aber was genau Cookies speichern und wie es im Online Marketing eingesetzt wird, geht möglicherweise über den eigentlichen Wissenshorizont hinaus.
Auch die Literatur im Netz ist teilweise unübersichtlich und zu kurz präsentiert. Die Artikel auf Affiliate Deals sollen dahingehend eine Übersicht zum Thema geben. Um die Zusammenhänge zu verstehen, beginnen wir mit den grundsätzlichen Fragen als Einstieg: Was genau ist ein Cookie und was speichert er?
Was ist ein Cookie?
Ein Cookie ist ein Datensatz, der von dem Webserver eines Webseitenbetreibers (zum Beispiel Amazon) im Browser (zum Beispiel Google Chrome) des Webseitenbesuchers hinterlegt wird. Zur Veranschaulichung:
Der Internetuser gibt in der Adressleiste im Browser die Webadresse “www.amazon.de” ein oder folgt einem Link von seiner Lieblingsseite über Fantasy und Abenteuer Bücher, wo er zu Amazon gelangt.
Technisch betrachtet stellt der Browser des Nutzers eine Anfrage an den Webserver, auf dem die Webseite Amazon liegt. Der Webserver beantwortet diese Anfrage (auch request genannt) und schickt den Inhalt der Webseite zum Browser zurück – jetzt kann der User innerhalb weniger (Milli-)Sekunden die Webseite anschauen, ein alltäglicher Vorgang im Internet.
Aber: Der Webserver, auf dem die Webseite liegt, kann zugleich einen oder mehrere Cookies mitsenden. Die Cookie-Informationen werden meist lokal im Browser des Webseitenbesuchers gespeichert (auch Client-Browser genannt).
Der Webseitenbetreiber kann mit der gesetzten Cookie-Datei unter anderem wiederkehrende Besucher identifizieren, da er jene Cookies vom Client-Browser erkennt, die denselben Domainnamen wie der Webserver des Webseitenbetreibers enthalten (wie www.amazon.de). So wird zum Schutz der Besucher sichergestellt, dass Cookies von anderen Webseiten außer Amazon nie gelesen werden und anders herum.
Eine Ausnahme bilden sogenannte Drittanbieter-Cookies. Um das Cookies-Tracking-Prinzip im Affiliate Marketing zu verstehen, gehen wir auf dieses Beispiel einmal näher ein.
Drittanbieter-Cookies
Eine ausdrucksstarke Webseite besteht in der Regel aus Text, Bildern, Videos und anderen Multimedia-Elementen.
Häufig werden Bilder in Form von Werbung, etwa Werbebanner, nicht vom Webserver der Webseite bereitgestellt, sondern von Servern der Werbeanbieter. Die Werbefläche wird entweder vom Webseitenbetreiber selbst platziert (Online Partner) oder Werbetreibende kaufen die Werbekästen, um gezielt ihre Werbung zu präsentieren.
Letzteres ist eine Art von Anbietern, die generell “Drittanbieter” genannt werden, da sie auch Cookies im Browser des Users (Client) abspeichern: die Drittanbieter-Cookies.
Somit können Merchants mithilfe der gespeicherten Cookies im Client-Browser nachverfolgen, welche Webseite besonders lukrativ für Werbung ist und welche nicht – dank der gesetzten Cookies wissen Firmen genau, wann welche Webseite aufgerufen wurde.
Der Aufbau eines Cookies
Bei einer Cookie-Datei handelt es sich um eine Zeichenkombination bestehend aus Ziffern und Buchstaben, welche dem Nutzer eine bestimmte Identität zuweist oder Einstellungen im Browser speichert (zum Beispiel die Spracheinstellung, wenn auf der Webseite mehrere Sprachoptionen wählbar sind).
Cookies enthalten:
- einen Namen.
- einen Textwert.
- bestimmte Eigenschaften, die wichtigste Eigenschaft ist die Lebensdauer; diese gibt an, wie lang der Cookie im Client-Browser gespeichert bleiben soll. Fehlt die sogenannte Cookie-Laufzeit (üblicherweise 30 bis 60 Tage), wird der Cookie beim Beenden des Browsers automatisch gelöscht.
Was speichern Cookies?
Kurz gesagt: Informationen. Zu unterscheiden seien hier relevante Informationen für Webseitenbetreiber und der Vorteil für Internetnutzer.
1. Ziel für Webseitenbetreiber: Nutzeridentifikation und Surfprofile
Cookies enthalten Informationen über:
- Besuchsdauer des Nutzers
- Herkunft (Deutschland), Klick-Pfad (über die Google Suche) und Gerät (Smartphone oder PC) des Nutzers
- Eingaben des Nutzers
- Präferenzen und Browsereinstellungen des Nutzers (vor allem wichtig für Online Shops)
Mit bestimmten Web Tools wie Google Analytics können Webseitenbetreiber mithilfe von Cookie-Informationen erfahren, wie Besucher die Seite verwenden (siehe “Tracking im Online Marketing”). Das gewonnene Userprofil ist insbesondere für kommerzielle Anbieter von Nutzen, da sie durch das Schalten von personalisierter Werbung aus dem Nutzer einen regelmäßigen Besucher machen können.
Wer beispielsweise ein regelmäßiger Amazon-Besucher ist und dort häufig nach Abenteuer Büchern sucht, dem werden zukünftig Produktvorschläge aus dergleichen Kategorie angezeigt. Wem das Schalten personalisierter Werbung nicht gefällt, kann das individuelle Werbeangebot in seinem Konto ausstellen.
Dann rufen wir die Internetseite www.amazon.de auf und schauen unter “Einstellungen”, was genau in dieser kurzen Zeit passiert ist und tatsächlich: insgesamt 23 Webseiten (z.B. Amazon, Google, Zanox oder herrenausstatter.de als Drittanbieter) haben 39 Daten, darunter 35 Cookies, in unserem Browser gespeichert. Und das nur mit dem Aufrufen der Amazon-Startseite! (Stand: 08.01.2014)
Gehen wir weiter. Das LG-Werbebanner auf der Amazon-Startseite mit dem 3D Smart TV sieht vielversprechend aus und wird angeklickt. Wohlgemerkt der zweite Klick nach dem Löschen unserer lokal gespeicherten Cookies und Webseitendaten im Browser. Was passiert, wenn wir in den Einstellungen die gespeicherten Cookies nachvollziehen wollen?
Jetzt haben insgesamt 25 Webseiten 47 Daten in unserem Browser gespeichert, 2 Webseiten und 8 Daten mehr als ein Klick zuvor. (Stand: 08.01.2014)
Das Prinzip der Cookie-Speicherung durch Webseitenserver zieht sich mit dem weiteren Surfen im Netz fort. Wer das Internet uneingeschränkt nutzen möchte, muss sich wohl oder übel damit abfinden. Ein kleiner Trost wäre die zweite Option der Einstellungsmöglichkeiten für den Umgang mit Cookies: “Lokale Daten nach Beenden des Browsers löschen” (siehe “Selbstverwaltung der Cookies”).
2. Ziel für Internetnutzer: Vereinfachung von Vorgängen im Web
Cookies vereinfachen für User wichtige Vorgänge im Internet, zum Beispiel:
- Speichern von Benutzername und Passwort beim Login (E-Mail, Foren, soziale Netzwerke etc.)
- Registrierung von Produkten, zum Beispiel im virtuellen Online Warenkorb
- Zwischenspeicherung von Benutzeraktionen und -eingaben bei Abbrüchen der Serververbindung
- gewünschte Spracheinstellung der Webseite
Selbstverwaltung der Cookies
Cookies werden ausschließlich vom Internetnutzer selbst verwaltet. Das heißt, jeder User kann Cookies speichern, einsehen, blockieren und löschen.
Beim Google Chrome Browser:
- “Google Chrome anpassen und einstellen” (drei Querbalken rechts neben der Adressleiste)
- "Einstellungen”
- “Erweiterte Einstellungen anzeigen” (unten)
- unter der Überschrift “Datenschutz” “Inhaltseinstellungen” anklicken
- unter “Cookies” auf “Alle Cookies und Websitedaten” klicken; dort könnt ihr die lokal gespeicherten Daten ansehen und entfernen
In der Regel sind Cookies nicht bösartig, aufgrund der Anwendungsbereiche bringen sie jedoch Risiken für die User mit sich (mehr dazu in der Artikelreihe III “Gefahren und die rechtliche Kontroverse des Trackings”).
Daher erlauben viele Browser dem Nutzer spezifische Einstellungsmöglichkeiten für den Umgang mit Cookies.
Beim Google Chrome Browser:
- “Google Chrome anpassen und einstellen” (drei Querbalken rechts neben der Adressleiste)
- "Einstellungen”
- “Erweiterte Einstellungen anzeigen” (unten)
- unter der Überschrift “Datenschutz” “Inhaltseinstellungen” anklicken
- unter “Cookies” gibt es folgende Optionen:
- Speicherung lokaler Daten (Cookies) zulassen/eingeschränkt zulassen
- Lokale Daten (Cookies) nach Beenden des Browsers löschen
- Speicherung von Daten (Cookies) für alle Websites blockieren (keine Cookies annehmen)
- Zusatzoption: Drittanbieter-Cookies und Websitedaten löschen (ausschließlich Cookies vom Server der aufgerufenen Seite annehmen)
Wer jedoch konsequent Cookies für alle Webseiten (Option 3) blockieren will, sollte folgendes wissen:
Wer beispielsweise ein Google-Konto besitzt und weitere Google-Produkte in Anspruch nimmt, muss sich mit der Aktivierung von Cookies abfinden, da alle Google Dienste den Einsatz von Cookies nutzen. Ansonsten ergibt sich beispielsweise folgende Situation:
Wer Namen und Kennwort beim Google E-Mail eingibt und auf “Anmelden” klickt, wird wiederum aufgefordert, sich erneut einzuloggen. Der Browser scheint sich die Anmeldedaten nicht merken zu können.
Tracking im Online Marketing
Allgemein umfasst Tracking (auch Spurbildung oder Nachführung) laut Wikipedia:
“alle Bearbeitungsschritte, die der gleichzeitigen Verfolgung von (bewegten) Objekten dienen.”
Im Online Marketing bezeichnet man mit Tracking die Aufzeichnung und Auswertung von User-Verhalten im Internet, dementsprechend das Mitlesen des persönlichen Bewegungsprofils auf einer besuchten Webseite mithilfe des Einsatzes von Cookies.
Die mit sogenannten Tracking-Tools, wie Google Analytics, aufgezeichneten Analysedaten sind zu einem wichtigen Instrument im Online Marketing geworden.
Der Vorteil für Webseitenbetreiber:
- Seite kundenfreundlicher gestalten.
- Verminderung von Besucherabbrüchen.
- zielgruppengerechte Vermarktung von Produkten.
Beim Tracking müssen zum Schutz der Nutzer besondere datenschutzrechtliche Vorgaben eingehalten werden, um einen Missbrauch vorzubeugen. So wird das Mitlesen des persönlichen Internetgebrauchs in den Medien stark diskutiert, weshalb im letzten Beitrag der Artikelreihe auf Gefahren des Trackings und rechtliche Kontroversen hingewiesen wird.
Nachdem wir nun die Grundbegriffe “Cookies” und “Tracking” geklärt haben, sprechen wir im nächsten Beitrag über die am meisten genutzten Vergütungsprinzipien im Affiliate Marketing mithilfe des Einsatzes von Cookies.
Trackingmethoden im Affiliate-Marketing
Das Tracking stellt im Affiliate Marketing die Auszahlung einer Provision für Publisher sicher. Es wird festgestellt, welcher Publisher bei einem Werbemittelkontakt involviert war, damit nach einer erfolgreichen Transaktion die Provision dem jeweiligen Publisher richtig zugeordnet werden kann.
Entweder wird das Tracking innerhalb der Netzwerke gesichert, die in einer Wechselbeziehung zwischen Merchant bzw. dessen Agentur stehen oder beim Merchant direkt, wenn dieser ein Inhouse-Partnerprogrammm als Netzwerkalternative vorzieht.
Ein wichtiges Kriterium im Affiliate Marketing ist das eindeutige Nachvollziehen der Werbemittelkontakte bei erfolgreichen Abschlüssen, sprich über welchen Partner der Kunde auf das Produkt aufmerksam gemacht wurde. Dazu werden verschiedene Trackingmethoden, sogenannte Trackingverfahren verwendet. Mithilfe eines Publisher-Codes, den der Partner vom Merchant bzw. vom Affiliate Netzwerk zugeordnet bekommt, erfolgt bei Beteiligung die konkrete Zuordnung des generierten Umsatzes.
Das Tracking kann durch verschiedene Lösungsansätze umgesetzt werden. Wir stellen euch im Artikel die gängigsten Cookies-Trackingmethoden und andere bei Partnerprogrammen vor.
Cookie-Trackingmethoden bei Partnerprogrammen
2. Das Postview Tracking
Während beim Standard Cookie Tracking mittels eines aktiven Klicks durch den Nutzer auf ein Werbemittel abgerechnet wird (Click Cookie), funktioniert das Postview Tracking im Affiliate Marketing ohne getätigten Klick des Users (View Cookie). Somit erhält der Publisher sogar dann eine Provision, wenn ein Nutzer nur eine Werbefläche gesehen, aber nicht angeklickt hat.
Das Postview Tracking wird ebenso über Cookies im Client-Browser generiert, die speichern, welche Werbeeinblendungen dem Nutzer angezeigt werden. So erhält der Publisher eine Provision, nachdem der Nutzer nach dem (vermeintlichen) Anschauen der Werbung die Webseite des Merchant besucht und einen Abschluss tätigt.
Vorteile für Publisher:
- die Wahrscheinlichkeit einer Provision ist höher, da kein aktiver Klick des Nutzers auf das Werbemittel notwendig ist
- erhält Provision unabhängig davon, ob der Nutzer das Webemittel bewusst oder unbewusst wahrgenommen hat
Nachteile für Publisher:
- Postview Cookies haben eine geringe Qualität und können von Click Cookies überschrieben werden viele Merchants meiden das Postview Trackingverfahren, da die Gefahr von Missbräuchen durch Publisher sehr hoch ist, zum Beispiel das Einblenden von sehr kleinen Werbemitteln oder Bannern außerhalb des Sichtbereiches etc.
Aufgrund der hohen Cookies-Verteilung beim Postview Tracking seitens der Publisher ist die Trackingmethode oftmals nur einem kleinen Kreis von Affiliates zugänglich. Diese stehen häufig in einem engen Dialog mit dem Merchant, der insbesondere auf Affiliate Webseiten mit großen Mengen an Traffic setzt.
Andere Trackingverfahren bei Partnerprogrammen
1 Das URL Tracking
Das URL Tracking stellt die einfachste Methode des Trackings dar. Bei dieser Methode werden bestimmte Parameter bzw. IDs des Affiliates direkt in den HTML Code geschrieben, wenn ein Nutzer die Webseite besucht und das Werbemittel anklickt. Die Partner ID wird Teil der URL der Merchant Partnerseite, sobald der User den Link anklickt, zum Beispiel www.amazon.de/affiliate-ID=0.
Anhand der übermittelten Parameter kann der Merchant den Affiliate exakt identifizieren und ihn mit einer Provision belohnen, falls der Kunde einen Abschluss vollzieht. Es werden alle Links berücksichtigt, die der Nutzer im Laufe seines Besuches auf der Merchant Webseite aufruft.
Vorteile für Publisher:
- einfache Implementierung
- unabhängig von Browsereinstellungen des Nutzers
Nachteile für Publisher:
- auffällige Trackingmethode, da der Nutzer den Affiliate Link sofort identifizieren kann
- der Publisher erhält nur dann eine Provision, wenn der Besucher direkt von der Affiliate Webseite auf die Merchant Seite gelenkt wird und sofort einen Abschluss (Lead, Sale) tätigt
2. Das Datenbank Tracking
Das Datenbank ist eine Möglichkeit, die oft bei Inhouse-Partnerprogrammen eingesetzt wird. Einzelne Parameter, wie die Affiliate ID und die Kunden ID werden in einer Datenbank gespeichert. Das bedeutet, dass sich Besucher vor dem eigentlichen Kauf auf der Merchant Webseite über einen Login auf der Affiliate Seite registrieren müssen. Nach der Registrierung und dem Klick auf den Affiliate-Link wird die einmalige Kunden ID in einer Datenbank fest dem jeweiligen Partner zugeordnet.
Tätigt der Besucher einen Abschluss auf der Merchant Webseite, kann dieser eindeutig dem Affiliate zugewiesen werden, der ihn vorher zu einem Login aufgefordert hat. für den vermittelten Kontakt erhält der Affiliate eine Provision vom Merchant.
Vorteile für Publisher:
- unabhängig von Technik und Einstellungen des Nutzers
- zuverlässige Provisionierung, auch bei Folge-Transaktionen des Besuchers
- attraktive Methode bei Lifetime-Provisionen
Nachteile für Publisher:
- Nutzermisstrauen wegen Datenschutz aufgrund der Speicherung von Kundendaten in der Datenbank
- Verzerrung der Wettbewerbssituation, wenn Besucher schon mit einer anderen Kunden ID einem anderen Affiliate zugeordnet sind
- Kunde muss sich beim ersten Besuch registrieren, damit er eine Kunden-ID erhält
3. Das Session Tracking
Das Session Tracking ist eine beliebte Trackingmethode, obwohl sie für Affiliates eher nachteilig wirkt. Hier erhält jeder Besucher einer Merchant Webseite eine automatisch erzeugte Session ID, die über verschiedene Methoden vermittelt wird. Die vergebene Session ID kann mittels einer Verlinkung im Werbemittel auch dem Affiliate und seiner Partner ID zugeordnet werden.
Mögliche Methoden wäre zum einem die Autorisierung des Users. Hier wird der User durch seine individuellen Anmeldedaten identifiziert. Bei der Hidden Fields Methode übermitteln versteckte Formularfelder beim Abschicken Informationen über den Besucher, dem eine Session ID zugewiesen wird. Die gewöhnlichste Methode ist das URL Rewriting. Dem Besucher werden über die URL bestimmte Parameter, beispielsweise eine Session- oder User ID zugewiesen, zum Beispiel wechselt die normale URL www.amazon.de zur umgeschriebenen URL www.amazon.de/sessionid=1234. Auch mithilfe von Cookies ist das Session Tracking anwendbar. Sobald der Besucher eine Anfrage an den Server sendet, weist der Server dem Nutzer eine Session ID zu und sendet die Information über einen Cookie an den Client-Browser. Da der Besucher nur durch den gesetzten Cookie identifiziert werden kann, funktioniert diese Methode nicht, wenn Cookies deaktiviert sind.
Alle Aktionen, die der Besucher innerhalb der angelegten Session tätigt, können eindeutig dem Publisher zugeordnet werden, der bei einem Abschluss des Nutzers während der Session eine Provisionszahlung erhält.
Vorteile für Publisher:
-
Session Tracking ist auch bei deaktivierten Cookies im Client-Browser möglich
Nachteile für Publisher
- nur Aktionen des Nutzers innerhalb der Session können dem Affiliate eindeutig zugeordnet werden, das heißt, es erfolgt kein Tracking, wenn der User die Seite verlässt oder den Browser schließt
4. Das Pixel Tracking
Das Pixel Tracking wird häufig von Affiliate Netzwerken eingesetzt. Für gewöhnlich ist ein Tracking Pixel ein 1×1 großes Bild im GIF Format, das in den HTML Code einer oder mehrerer Seiten des Merchants integriert wird. Außerdem wird ein HTML-Schnipsel zur Identifizierung in die Webseite des Affiliates eingebunden.
Nachdem ein Besucher auf der Affiliate Webseite auf einen Werbelink klickt, wird er für den Bruchteil einer Sekunde über ein Affiliate Netzwerk geleitet, dort wird ein Cookie gesetzt und gelangt anschließend zur Merchant Webseite. Tätigt er dort einen Abschluss auf einer Seite mit einem Tracking-Pixel, kann der Affiliate vom Affiliate Netzwerk eindeutig identifiziert werden.
Vorteile für Publisher:
- zuverlässige Provisionierung, auch bei Folge-Transaktionen des Besuchers
- funktioniert auch bei deaktiviertem JavaScript
Nachteile für Publisher
- Cookies müssen im Client-Browser aktiviert sein bzw. können einfach wieder gelöscht werden
- auffällige Methode, da der Besucher durch einen Umweg über das Affiliate Netzwerk zur Merchant Webseite gelangt
- schlechte Ladezeiten beim Affiliate Netzwerk wirken sich negativ auf die Ladedauer beim Anklicken des Affiliate Links aus
5. Das Fingerprint Tracking
Noch wird das Fingerprint Tracking mit dem individuellen Fingerabdruck selten im Affiliate Marketing angeboten, etabliert sich jedoch immer mehr als Alternative zu Cookies. Auch wenn Nutzer die Cookies im Browser deaktivieren, können sie trotzdem mittels eines Fingerabdrucks identifiziert werden. Bei der Fingerprint Methode werden Systemdaten vom Rechner des Besuchers abgefragt, zum Beispiel die IP-Adresse, sowie Browser- und Rechnerkonfigurationen.
Durch Erweiterungen kann ebenso die Affiliate-ID des Affiliates erfasst werden, wenn der Nutzer über eine Affiliate Webseite zum Merchant gelangt und eine Transaktion durchführt.
Vorteile für Publisher:
- unabhängig von temporären Cookie- und Browsereinstellungen des Nutzers
- Tracking auf mehreren Endgeräten möglich
Nachteile für Publisher:
- Nutzermisstrauen wegen Datenschutz aufgrund eines unlöschbaren Fingerprint-Profils
Das Cookie-Tracking-Prinzip im Affiliate-Marketing
Cookies-Trackingmethoden sind im Affiliate Marketing die am meisten genutzten Methode, um User dem entsprechenden Affiliate zuzuordnen, weshalb erst im nächsten Beitrag näher auf andere Trackingmethoden eingegangen wird – auch aufgrund der Schwachstellen von Tracking Cookies
Der letzte Artikel “Der Internet Cookie und Tracking im Online Marketing” befasst sich mit den grundsätzlichen Informationen der vierteiligen Beitragsreihe. Dort werden insbesondere die Fragen “Was ist ein Cookie? Was speichert ein Cookie und was ist Tracking im Online Marketing?” auf den Grund gegangen und mit dem Anspruch erklärt, dass jeder Internetnutzer das Prinzip von Internet Cookies versteht.
Das Cookies-Tracking-Prinzip anschaulich erklärt
Patrick und Anne (Internetuser) bestellen gern im Internet Bücher. Sie verbindet eine gemeinsame Leidenschaft: Fantasy Romane. Deshalb stöbern sie gern auf ihrer Lieblingsseite im Web nach neuen Büchern.
Der Webseitenbetreiber Martin (ambitionierter Affiliate) betreibt die von Patrick und Anne gern besuchte Internetseite zum Thema Fantasy und Abenteuer Bücher.
Regelmäßig stellt er neue Rezensionen zu aktuellen Büchern ein und teilt seine persönliche Bewertung mit. In jedem Beitrag verlinkt er die rezensierten Bücher, damit interessierte Bücherfreunde sie direkt bei Amazon (Merchant) angucken und bestellen können.
Sobald die potentiellen Kunden wie Patrick und Anne auf den Link klicken, passieren zwei Sachen:
1. Sie gelangen direkt von der Affiliate Seite von Martin zum Merchant amazon.de (zu einem speziellen Buch).
2. Ein Tracking-Cookie wird von der Amazon-Seite im Browser von Patrick und Anne abgelegt, um ihn mit einem “persönlichen Wiederkennungswert” auszustatten.
Durch den Einsatz von Cookies kann der Merchant auch mit zeitlichen Unterbrechungen der Internetaktivität nachverfolgen, ob der User schon einmal auf seiner Seite gewesen ist und -im Affiliate Marketing sehr wichtig- den Klickpfad des Users nachverfolgen (im Sinne von “der potentielle Kunde kommt von der und der Seite auf unsere Seite”).
Als Beispiel:
Bild 1) Affiliate Seite: www.buecherkinder.de, auf der Startseite ist das Buch “The Legion. Der Kreis der Fünf” von Kami Garcia mit einem Link zu Amazon angezeigt.
Bild 2) Nach Anklicken des Links gelangt der User zu Amazon, der Merchant setzt einen Cookie, der speichert, dass der Internetnutzer über den Buch-Link der Affiliate Seite zu Amazon gelangt ist. Gleichzeitig werden noch andere Cookies im Client-Browser gespeichert.
Der Vorteil für Merchants:
Wenn Merchants ein Partnerprogramm starten, zielt dieser Vermarktungskanal darauf ab, möglichst viele interessierte Besucher auf die Seite zu lenken. Im Idealfall sollen Besucher einen Kauf abschließen.
Online Partner (Affiliates) helfen den Merchants, ihre Produkte besser zu vermarkten. Je mehr Publisher seriöser und gern besuchter Seiten das Partnerprogramm bewerben, desto wahrscheinlicher ist die Popularität des Merchants und somit die Steigerung von verkauften Waren.
Der Vorteil für Publisher
Affiliates haben die Möglichkeit, mit ihrer Webseite Geld zu verdienen. eine Option wäre das Bewerben von Partnerprogrammen. Über das Anklicken von Werbemitteln wie Banner oder Einzeltitellinks gelangen Besucher der Affiliate-Seite auf die Merchant-Seite (z.B. Amazon) oder können auf der Affiliate-Seite Angebote vom Merchant in Anspruch nehmen (z.B. Tarifrechner).
Der Publisher erhält vom Merchant einen Code, den er auf seiner Webseite einbindet. Der Cookie, der beim Anklicken des Werbemittels vom Merchant im Client-Browser gespeichert wird, identifiziert den bestimmten Affiliate und ermöglicht eine konkrete Zuordnung.
Ohne ein Cookie-Tracking wäre für den Merchant nicht ersichtlich gewesen, dass die Affiliate-Seite den Besucher auf das Angebot aufmerksam machte. Der Publisher wird vom Merchant belohnt, indem er eine Provision erhält
Die drei häufigsten Vergütungsmodelle sind:
- Pay per Click (PPC), der Affiliate bekommt für jeden Besucher, der auf eine Werbefläche klickt eine Provision (etwa 0,02-0,30 Euro pro Klick).
- Pay per Lead (PPL), der Affiliate erhält eine Provision, wenn ein Besucher über den Affiliate Link auf die Merchant-Webseite gelangt und dort eine kostenlose Aktion vollzieht, z.B. einen Newsletter abonniert oder an einem Gewinnspiel teilnimmt. Die Verdienstmöglichkeiten für den Affiliate liegen ungefähr zwischen 0,20 und 10 Euro. Ein Kauf ist nicht notwendig, da der Affiliate für einen Lead (etwa Hinweis, Spur) belohnt wird.
- Pay per Sale (PPS), der Affiliate bekommt eine Provision, wenn ein Besucher über den Affiliate-Link auf die Merchant-Seite gelangt und dort einen Kauf (Sale) vollzieht. Die Höhe der Provision unterscheidet sich stark, je nach Unternehmen und Produktart.
Beim Partnerprogramm von Amazon liegt die Provision für Affiliates zwischen 5 und 9 Prozent vom Warenwert (PPS).
Die Cookie-Laufzeit
Ein besonderer Vorteil für Publisher: der Besucher, der über den Affiliate Link zur Seite des Merchants gelangt ist, muss sich nicht sofort entscheiden ein Produkt zu kaufen oder an einem Gewinnspiel teilzunehmen.
Die Cookie-Laufzeit des “durch einen Klick aktivierten Affiliate-Links” definiert die Zeitspanne, wie lange der Publisher eine Provision bei einem vermittelten Lead oder Sale erhält. Also: für wie lange nach dem Werbemitteklick wird ein Publisher für einen Sale oder Lead vergütet?
Dieser Zeitraum beträgt in der Regel 30, manchmal 60 oder 90 Tage. Die Cookie-Lebensdauer bei Amazon ist mit 24 Stunden recht kurz.
Dennoch, diese Regelung garantiert, dass der Affiliate als Partner vergütet wird, auch wenn der Besucher sich nicht sofort für einen Kauf oder Lead entscheidet. Der hinterlegte Cookie im Client-Browser garantiert dem Affiliate je nach Cookie-Lebensdauer eine mögliche Provision.
Somit sind Tracking Cookies wichtig aufgrund:
- >der Identifizierung des Affiliates.
- des Zeitraums der Vergütung für Affiliates.
Drei Mechanismen der Cookie-Vergütungsmodelle für Affiliates
Im Online Marketing gibt es derzeit drei gängige Cookie-Tracking-Mechanismen, worüber der Merchant seine Partner vergütet.
1. First Cookie wins
In diesem Fall gewinnt der erste Cookie, der im Client-Browser hinterlegt wird, wenn dieser auf der Webseite eines Affiliate Partners ein Werbemittel eines Werbetreibenden anklickt.
Wenn der User innerhalb der durch die Cookie-Laufzeit festgelegten Zeitspanne auf der Merchant Seite einen Abschluss tätigt, wird dem im Cookie hinterlegten Affiliate-Partner eine Provision gezahlt.
Egal ob der Besucher zu einem späteren Zeitpunkt über andere Affiliate Seiten auf die Ziel-Seite des Werbemittels gelangt, nur der erste gesetzte Cookie zählt. Der Affiliate, der den User zuerst auf die Marke aufmerksam gemacht hat, wird belohnt.
2. Last Cookie wins
Das Last-Cookie-wins-Modell (LCW) ist im Prinzip das Gegenteil der bereits vorgestellten First-Cookie-wins-Methode (FCW).
Bei diesem Modell gewinnt der zuletzt gesetzte Cookie im Client-Browser, also der Kanal, der den User zu einem Abschluss überzeugt. Somit wird derjenige Affiliate belohnt, der zuletzt den Besucher auf die Ziel-Seite durch einen aktiven Aklick weitergeleitet und zu einem Abschluss gebracht hat.
Diese Vergütungsmethode ist im Vergleich zum FCW-Modell, wo der Partner, der den Erstkontakt hergestellt hat eine Provision erhält, derzeit die am meisten verbreitete Methode. Etwa ⅔ der Affiliates wollen, dass die Provision dem Partner zugeordnet wird, welcher den letzten Kontakt hergestellt hat und auf den der Kaufabschluss erfolgte.
3. Customer Journey
Einige meinen jedoch, das die LCW- oder die FCW-Methode aus Sicht der Affiliates keine verursachungsgerechte Wirkung sicherstellt, da jeder Lead oder Sale zu 100 Prozent dem ersten oder letzten Kontakt zugeschrieben wird.
In Wirklichkeit besteht die Reise des Kunden (Customer Journey) aus vielen Kontakten, dessen Wirkung für den endgültigen Abschluss berücksichtigt werden sollte. Somit soll jeder einzelne Kontaktpunkt, ob View oder Click, innerhalb einer Customer Journey analysiert und bewertet werden – für viele eine faire Methode der Provisionsverteilung an beteiligte Affiliates.
Die Einordnung erfolgt in “First-, Assist- und Last-Contacts”, wo jeder Publisher in ein bestimmten Provisionsmodell je nach Priorität der Kontaktarten des Users eingeteilt wird.
Eine Cookie-Weiche gewährleistet die genaue Zuordnung der Beteiligung und Wirksamkeit von Publisher innerhalb der Customer Journey auf technischer Ebene. So ist beispielsweise ein Sichtkontakt (View-Cookie) der User niedriger einzustufen als ein Klick (Klick-Cookie) auf das Werbemittel. In diesem Fall wird dem Klick-Cookie eine höhere Priorität beigemessen, was sich auch auf eine höhere Provision auswirkt.
Insgesamt ist das Modell der Customer Journey sehr komplex unter der Berücksichtigung verschiedener Variablen, die einen Einfluss auf die User Reise bis zum Abschluss haben.
Darunter fallen zum Beispiel:
- die Kontaktanzahl
- die Kontaktart
- die Kontaktreihenfolge
- die Kontaktpositionen
- die zeitliche Länge der Customer Journey
- der zeitliche Abstand bis zum Kauf
Das Zusammenwirken der Faktoren gibt Aufschluss darüber, welchen prozentualen Erfolgsanteil jeder Publisher der Customer Journey zugewiesen wird.
Nachdem ihr jetzt mehr über das Cookies-Tracking-Prinzip im Affiliate Marketing und die drei gängigen Cookies-Vergütungsmodelle für Affiliates Bescheid wisst, geht es im nächsten Beitrag der Artikelreihe um Cookies-Trackingmethoden und anderen bei Partnerprogrammen. Von zwei Cookies-Trackingmethoden habt ihr bereits in diesem Beitrag gehört: dem View- und dem Klick-Cookie – dazu mehr im nächsten Beitrag.
Stimmt ihr zu, dass nach Umfragen die Last-Cookie-wins-Methode das fairste Modell der Provisionsvergütung darstellt?
Gefahren des Cookie-Trackings für User
Firmen stehen auf dem Werbemarkt unter Druck: einerseits sind sie daran interessiert, immer mehr Daten über den Kunden zu sammeln, andererseits fürchten sie, dass streng reglementierte Gesetze gegen das Tracking verabschiedet werden – und das zu Recht.
Schon in den vorherigen Beiträgen der Artikelreihe wird der unübersichtliche Einsatz von Cookies aufgezeigt. Besucht ein User beispielsweise die Seite eines Online Shops, werden mehrere Cookies in seinem Browser hinterlegt. Das Verfahren zieht sich im gesamten Internetverlauf fort. Welche Gefahren sollten den Usern dabei bewusst sein?
Die rechtliche Kontroverse der Vorratsdatenspeicherung
“Sind IP-Adressen personenbezogene Daten oder nicht?” – Diese Frage beschäftigt nach wie vor die aktuelle Kontroverse der Vorratsdatenspeicherung. Dabei schaltet der Bundesgerichtshof den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein, der sich mit eben dieser Frage auseinander setzen soll.
Ausgehend von der Klage des Kieler Piratenpolitikers Patrick Breyer gegen die Bundesrepublik Deutschland, dass IP-Adressen von Webseitenbesuchern über die Dauer der Nutzung hinaus automatisch zu speichern und weiterzugeben ein Verstoß gegen das Telemediengesetz (TMG) sei, wird der EuGH klären, ob IP-Adressen überhaupt als personenbezogene Daten gelten, die vom europäischen Datenschutz geschützt werden müssen.
Laut dem TMG §15 ist die Speicherung personenbezogener Daten ohne Einverständnis des Nutzers verboten, sofern sie nicht etwa zu Abrechnungszwecken erforderlich sind. Breyer zufolge wäre das bei der Nutzung eines allgemeinen Internetangebots über den bloßen Verbindungsaufbau hinaus nicht der Fall. Das heißt, ohne Zustimmung der Internetnutzer kann Tracking als Verstoß gegen geltendes Recht angesehen werden. Dabei gibt die EU-Richtlinie 2009/136/EG vor, dass es eine Einwilligung seitens der User geben muss, bevor ein Cookie zur Profilbildung gesetzt werden darf.
Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, begrüßt die Einbeziehung des EuGH in diese grundlegende Frage. Sie äußert:
“Die seit Jahren andauernden Diskussionen zu der Frage, ob IP-Adressen personenbezogen sind und dem Datenschutzrecht unterfallen, wenn sie von einem Website-Anbieter gespeichert werden, zeigen, dass eine Vorlage an den EuGH sinnvoll ist […]. Die gemeinsamen europäischen Rechtsgrundlagen, vor allem die in Arbeit befindliche Datenschutzgrundverordnung, erfordern eine einheitliche Auslegung und ein harmonisiertes Vorgehen bei grundlegenden Fragen.“
Derzeit führt die EU-Kommission eine Umfrage unter den EU-Mitgliedsstaaten durch, ob eine neue Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung erwünscht ist und wie sie aussehen könnte. Zwar schreibt die Europäische Union seit dem 25. Mai 2011 eine einheitliche Cookie-Richtlinie (die Frist zur Umsetzung der Richtlinie 2009/136/EG ist in nationales Recht abgelaufen) vor, umstritten ist dennoch, ob der Nutzer die Verwendung von Cookies aktiv einwilligen muss (Opt-in) oder der Nutzer beispielsweise über das Anpassen der Browser-Einstellungen den Cookie-Einsatz widersprechen kann (Opt-out).
Infolge des Rechtsspielraumes setzen die Mitgliedsstaaten der EU die Richtlinie unterschiedlich um. Deutschland hat die Richtlinie bisher nicht in nationales Recht umgesetzt – ein offizieller Umsetzungsakt wurde im März 2011 durch den Bundestag nicht angenommen und auch weitere Gesetzesinitiativen scheiterten. Laut Europäischer Kommission entspricht die Rechtslage in Deutschland bereits den Vorgaben der europäischen Richtlinie. Abzuwarten bleibt, ob die freie Wahl zwischen dem Opt-in und Opt-out Ansatz nicht doch zugunsten der strengeren Umsetzung erfolgt und das Einholen einer deutlichen Einwilligung der User notwendig ist (Opt-in).