Mann arbeitet am Laptop, auf dem er fake Accounts einrichtet

Trittbrettfahrer: So schützt du dein Unternehmen vor Fake-Accounts

Fake-Accounts im Umfeld von Gewinnspielen oder Datensammlungen sind ein Risiko für Unternehmen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du Trittbrettfahrer erkennst und dein Business davor schützt.

Was sind Trittbrettfahrer und Fake-Accounts?

Trittbrettfahrer sind Personen oder Bots, die sich unrechtmäßig Vorteile aus Marketingaktionen verschaffen wollen. Beispielsweise durch die Erstellung von Fake-Accounts bei einem Gewinnspiel oder der Anmeldung mit Wegwerf-E-Mail-Adressen zu einem Newsletter. Ziel ist es meist, Prämien oder Inhalte abzugreifen oder an wertvolle E-Mail-Adressen und Daten zu kommen.

Nicht immer ist sofort ersichtlich, ob ein Fake-Account harmlos oder böswillig ist. Während manche lediglich auf ein kostenloses Goodie aus sind, versuchen andere systematisch, Daten abzugreifen, Bots auf Deine Formulare anzusetzen oder über Social Media Phishing-Links zu verbreiten.


Warum sind Fake-Accounts ein Problem für Unternehmen?

Was auf den ersten Blick wie ein lästiger Einzelfall wirkt, kann für Unternehmen schnell zur Gefahr werden - mit realen Folgen:

  • Verfälschte Datenbasis: Wenn Fake-Teilnahmen deine Conversion-Rates oder Öffnungsraten beeinflussen, kannst du keine fundierten Entscheidungen treffen.
  • Verlust von Werbebudget: Viele Kampagnen beruhen auf Leads, für die du bezahlst. Fake-Leads kosten bares Geld - ohne echten ROI.
  • Schädigung deiner Reputation: Kommen über deine Gewinnspiele oder Formulare Spam-Mails oder Phishing-Inhalte in Umlauf, kann das Vertrauen deiner Zielgruppe sinken.
  • Datenschutzrisiken: Wenn du unwissentlich Daten von Fake-Nutzern weiterverarbeitest oder speicherst, können daraus rechtliche Probleme entstehen - etwa im Rahmen der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung).

Typische Szenarien: So greifen Fake-Accounts deine Daten ab

Trittbrettfahrer bedienen sich heute vielfältiger Methoden. Häufige Angriffsflächen sind:

  • Gewinnspiele mit wenig Barrieren: Wenn Teilnahmeformulare keine Prüfung der E-Mail-Adressen erfordern, sind Bots schnell am Werk.
  • Newsletter-Anmeldungen ohne Double-Qpt-in: So können fremde Adressen eingetragen werden - oft automatisiert.
  • Soziale Netzwerke: Fake-Kommentare unter deinen Posts oder Nachahmer-Accounts können Nutzer auf Phishing-Seiten locken.
  • Daten-Scraping: Öffentliche Teilnehmerlisten oder Profile auf Landingpages werden automatisiert ausgelesen und missbraucht.

So schützt du dein Business vor Fake-Accounts

Technische Maßnahmen

  • Double-Opt-in aktivieren: Diese Maßnahme ist in Deutschland ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Nur E-Mail-Adressen, die ihre Anmeldung bestätigen, werden in deinen Verteiler aufgenommen.
  • Captcha-Systeme einsetzen: Tools wie reCAPTCHA oder hCaptcha verhindern automatisierte Eingaben und Bot-Teilnahmen.
  • Ratenbegrenzung & IP-Tracking: Wenn viele Anfragen in kurzer Zeit von derselben IP kommen, sollte ein Alarm ausgelöst werden.
  • Blacklists für Wegwerf-E-Mails: Dienste wie temp-mail.org lassen sich blockieren, sodass keine Einmal-Adressen genutzt werden können.
  • E-Mail-Verifizierung: Tools wie Kickbox oder ZeroBounce helfen dabei, E-Mail-Adressen in Echtzeit zu validieren.

Organisatorische Maßnahmen

  • Transparente Teilnahmebedingungen: Weise klar darauf hin, dass du Fake-Teilnahmen ausschließt und Verstöße zur Disqualifikation führen.
  • Manuelle Prüfung bei verdächtigen Gewinnen: Wenn mehrere Einsendungen aus derselben Adresse oder Region kommen, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen.
  • Mehrstufige Authentifizierung: Beispielsweise durch Kombination von E-Mail und Telefonnummer zur Teilnahme.
  • Bot-Detection-Software: Lösungen wie Cloudflare Bot Management helfen, auffälligen Traffic frühzeitig zu blockieren.

Und noch ein Tipp: Verzichte bei Social Media auf Hashtags wie beispielsweise #gewinnspiel. Denn damit können automatistierte Bots leicht geklonte Seiten erstellen und auf diese Weise deine Nutzer adressieren.


Was tun, wenn dein Unternehmen betroffen ist?

Wenn du feststellst, dass dein Unternehmen bereits von Trittbrettfahrern betroffen ist, solltest du schnell handeln:

  • Accounts prüfen & sperren: Verdächtige Nutzerkonten solltest du sofort deaktivieren.
  • Kampagne anpassen: Verschärfe die Regeln oder pausiere vorübergehend die Kampagne, um den Missbrauch einzudämmen.
  • Transparenz zeigen: Informiere echte Nutzer, falls ein Missbrauch stattgefunden hat. Das kann das Vertrauen in deine Marke stärken.
  • Datenschutzbehörde informieren: Wenn personenbezogene Daten betroffen sind, kann eine Meldung nötig sein.
  • Rechtliche Schritte prüfen: Bei schwerwiegenden Fällen hilft ein Anwalt mit Spezialisierung auf IT-Recht.

Fazit: Das eigene Business richtig vor Fake-Accounts schützen

Trittbrettfahrer und Fake-Accounts sind kein Randphänomen, sie gehören mittlerweile zum digitalen Alltag. Je offener und attraktiver deine Datensammelaktionen sind, desto höher ist das Risiko. Mit dem richtigen Mix aus technischen Tools, organisatorischen Regeln und einem wachen Auge kannst du dein Unternehmen vor Missbrauch schützen, Kosten senken und für belastbare Daten sorgen.

Social Media-Expertin Nina Scholz

Nina studiert Medienkommunikation im Bachelor und unterstützt unser Team mit fundierten Recherchen und gut strukturierten Artikeln. Nina hat ein Gespür für aktuelle Trendthemen und bietet in ihren Beiträgen frische Perspektiven auf soziale Medien, Influencer- und Online-Marketing.

Nina Scholz
Zuletzt aktualisiert am 21.07.2025