- Definition: Wer ist ein Influencer?
- Was macht ein Influencer?
- Voraussetzungen, um Influencer zu werden
- So wirst du Influencer in 5 Schritten
- So verdienst du als Influencer Geld
- Was kannst du als Influencer verdienen?
- Influencer werden: Ist ein Gewerbe notwendig?
- Risiken, die Influencer beachten sollten
- Fazit: Influencer werden – mit einer klaren Strategie und realistischen Erwartungen
Influencer sind heute in vielen Bereichen aktiv. Sie erstellen regelmäßig Content in Form von Bildern, Videos, Storys oder Blogbeiträgen und teilen diese auf Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube oder einem eigenen Blog. Dabei sprechen sie gezielt bestimmte Zielgruppen an und treten als Meinungsmacher oder Markenbotschafter auf. Im Folgenden zeigen wir dir, was du benötigst, um Influencer zu werden.
Definition: Wer ist ein Influencer?
Der Begriff Influencer stammt vom englischen Wort influence
ab, was so viel bedeutet wie Einfluss
oder beeinflussen
. In sozialen Medien beschreibt das Wort Personen, die durch ihre Inhalte und Präsenz Meinungen formen, Trends mitgestalten und das Verhalten ihrer Community beeinflussen. Wer Influencer werden möchte, benötigt dafür nicht zwangsläufig Prominenz, sondern Authentizität, eine klare Botschaft und die Fähigkeit, eine Followerschaft aufzubauen, die sich mit den geteilten Inhalten identifiziert.
Influencer übernehmen vielfältige Aufgaben und fungieren gleichzeitig als Content-Creator, Strategen, Fotografen und Community-Manager. Möchtest du eine stabile Personenmarke aufbauen, kannst du über gezielte Kooperationen, gesponserte Beiträge und Affiliate-Links verschiedene Einnahmequellen erschließen.
Wichtig für den Erfolg als Influencer ist also nicht allein die Followerzahl, sondern die Interaktionsrate. Sie beschreibt, wie intensiv Follower auf Inhalte reagieren, kommentieren oder diese teilen. Eine aktive und treue Fangemeinde, die regelmäßig interagiert, ist häufig wertvoller als eine große, aber passive Reichweite. Diese aufzubauen, erfordert in der Regel etwas Ausdauer und Geduld.
Was macht ein Influencer?
Die Tätigkeit als Influencer ist vielseitig und verlangt sowohl kreative als auch organisatorische Fähigkeiten. Im Zentrum stehen zwei Kernbereiche: der professionelle Auftritt auf Social Media und die geschäftliche Zusammenarbeit mit Marken. Beide Bereiche greifen ineinander, denn nur mit einer aktiven Followerschaft und authentischem Content lassen sich langfristig Einnahmen generieren.
Aufbau der eigenen Online-Präsenz und Reichweite
Ein zentraler Bestandteil der Influencer-Tätigkeit ist der Aufbau und die Pflege der eigenen Social-Media-Präsenz. Ziel ist es, regelmäßig Inhalte zu veröffentlichen, die Followerschaft zu vergrößern und aktiv mit der Community zu interagieren.
- Recherche und Erstellung von Inhalten (Texte, Bilder, Videos)
- Bearbeitung und Veröffentlichung des Contents
- Pflege des Profils und laufende Aktualisierung
- Beantwortung von Kommentaren und Nachrichten
- Auswertung von Performance-Daten (Reichweite, Interaktionsrate etc.)
- Organisation administrativer Tätigkeiten (etwa Buchhaltung und E-Mail-Kommunikation)
Kooperationen und Einnahmequellen erschließen
Ein wesentlicher Teil des Influencer-Berufs ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Über gesponserte Inhalte, Affiliate-Links oder andere Werbepartnerschaften lassen sich gezielt Einnahmequellen erschließen.
Zu den häufigsten Formen der Monetarisierung zählen:
- Gesponserte Posts (z. B. Produktplatzierungen, Rabattcodes)
- Affiliate-Marketing mit Provision für Verkäufe oder Leads
- Langfristige Werbekooperationen
Je größer und aktiver die Followerschaft ist, desto attraktiver wird ein Profil für Unternehmen. In der Praxis spricht man hier von Empfehlungsmarketing. Dabei werden Produkte von Influencern vorgestellt und authentisch in den Content integriert.
Kooperationen können über Influencer-Agenturen vermittelt oder selbstständig aufgebaut werden. Eigene Anfragen an oder auch von Marken, die zur Nische und Zielgruppe passen, sind gängige Praxis. Zusätzlich können sich Partnerschaften etwa aus der Teilnahme an Influencer-Events oder aus Marken- und Influencer-Netzwerken ergeben.
Arten von Influencern
Influencer werden häufig nach der Größe ihrer Followerzahl kategorisiert. Die Reichweite und das Engagement der Community wirken sich für gewöhnlich auf die Art der möglichen Werbepartnerschaften aus.
- Nano-Influencer verfügen über weniger als 10.000 Follower. Trotz ihrer kleinen Reichweite zeichnen sie sich durch eine hohe Authentizität und starke Bindung zu ihrer Community aus. Sie sind oft in spezifischen Nischen aktiv und gelten häufig als besonders glaubwürdig.
- Mikro-Influencer haben zwischen 10.000 und 100.000 Follower. Sie sind häufig Experten in bestimmten Themenbereichen und können durch ihre Nähe zur Zielgruppe eine hohe Interaktionsrate erzielen.
- Makro-Influencer besitzen zwischen 500.000 und 1 Million Follower. Sie haben eine beträchtliche Reichweite und werden oft als Markenbotschafter in größeren Kampagnen eingesetzt.
- Mega-Influencer haben über 1 Million Follower. Sie sind meist prominente Persönlichkeiten mit großer Sichtbarkeit und eignen sich für breit angelegte Marketingstrategien.
Zusätzlich gibt es virtuelle KI-Influencer. Dabei handelt es sich nicht um reale Personen, sondern virtuelle Charaktere. Sie wirken menschlich und interagieren mit ihrer Community ähnlich wie echte Influencer. Die KI wird von Unternehmen gesteuert, meist mit einer Gewinnabsicht.
Voraussetzungen, um Influencer zu werden
Um Influencer zu werden, benötigst du einen Wiedererkennungswert sowie ein klar definiertes Thema. Es sollte langfristig relevant sein und eine feste Zielgruppe ansprechen. Wichtig ist, dass die Inhalte zu dir passen und du sie authentisch kommunizierst – idealerweise innerhalb einer gut gewählten Nische.
Technische Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig. Die gängigen Social-Media-Plattformen lassen sich mit einfachen Mitteln bedienen. Was zählt, ist deine Affinität zu digitalen Medien, deine Bereitschaft, neue Formate auszuprobieren, und dein Gespür für zielgerichtete Inhalte.
Du solltest außerdem ein gutes Verständnis für Trends und Veränderungen mitbringen. Wenn du frühzeitig erkennst, was deine Followerschaft interessiert, kannst du gezielt darauf reagieren und relevant bleiben.
Auch wirtschaftliche Faktoren darfst du nicht vernachlässigen. Sobald du Einnahmequellen erschließt, ist ein sicherer Umgang mit Finanzen, Verträgen und steuerlichen Pflichten unerlässlich.
Zudem helfen strategisches Denken sowie ein Gespür für hohe Content-Qualität dabei, im Influencer-Marketing authentisch aufzutreten und langfristig eine erfolgreiche Personenmarke aufzubauen.
Sind Investitionen erforderlich?
Der Einstieg ins Influencer-Dasein erfordert keine hohen Anfangsinvestitionen. Du kannst Inhalte auf Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok veröffentlichen, ohne auf professionelle Technik angewiesen zu sein. Ein aktuelles Smartphone genügt meist, um Fotos und Videos in guter Qualität zu erstellen.
Grundsätzlich gilt: Investiere nur so viel, wie du im Fall eines Verlustes verschmerzen kannst. Es ist nicht empfehlenswert, große Summen in Equipment oder Tools zu stecken, wenn dein Budget das nicht zulässt. Der Erfolg als Influencer ist nicht garantiert und hohe Ausgaben erhöhen das finanzielle Risiko unnötig.
Stattdessen solltest du zunächst mit den vorhandenen Mitteln arbeiten und Erfahrungen sammeln. Wenn dein Kanal wächst und du erste Einnahmequellen erschließt, kannst du deine Ausrüstung gezielt und sinnvoll erweitern.
So wirst du Influencer in 5 Schritten
Der Weg zum Influencer verläuft in fünf Schritten, die sich auf drei Phasen verteilen. Diese sind vergleichbar mit dem Aufbau eines Unternehmens. Wenn du Influencer werden willst, solltest du strukturiert vorgehen und deinen Kanal strategisch weiterentwickeln. Die folgenden drei Businessphasen geben dir eine erste Orientierung:
- Testphase: Zu Beginn geht es darum, verschiedene Themen, Plattformen und Content-Formate auszuprobieren. Teste, worauf deine Zielgruppe am besten reagiert und welche Inhalte dir wirklich liegen. Diese Phase hilft dir dabei, deine Nische zu finden und erste Erfahrungen mit dem Erstellen von Inhalten zu sammeln.
- Aufbauphase: Sobald du eine gewisse Reichweite erzielt hast, konzentrierst du dich auf das Wachstum deiner Followerschaft. Du entwickelst regelmäßig Content, verbesserst deine Interaktionsrate und beginnst erste Kooperationen, etwa mithilfe von Affiliate-Links oder kleineren Werbepartnerschaften.
- Monetarisierung: Mit einer stabilen Community und steigender Followerzahl wird dein Kanal wirtschaftlich interessant. Jetzt kannst du gezielt nach Markenkooperationen suchen und optional externe Unterstützung – etwa durch eine Agentur – in Anspruch nehmen, um dein Influencer-Business professionell weiterzuentwickeln.
1. Fokussiere dich auf eine Nische
Der erste Schritt, um Influencer zu werden, besteht darin, deine inhaltliche Ausrichtung klar zu definieren. Wähle ein Thema, das dich leidenschaftlich interessiert, zu dir passt und langfristig für deine Zielgruppe relevant ist. Nur wenn du Inhalte authentisch vermitteln kannst, entsteht eine Grundlage für eine aktive Followerschaft und spätere Monetarisierung.
Eine gut gewählte Nische erleichtert es dir, dich von anderen Influencern abzugrenzen und eine spezifische Zielgruppe anzusprechen. Dabei muss das Thema nicht außergewöhnlich sein. Entscheidend ist, dass du es kontinuierlich und glaubwürdig bespielst.
Beliebte Themenfelder sind zum Beispiel:
- DIY & Kreativität: Du entwickelst Bastelprojekte, Einrichtungsideen oder handwerkliche Anleitungen.
- Technik: Du erklärst neue Gadgets, testest Geräte oder gibst Tipps zur digitalen Ausstattung.
- Elternschaft und Familie: Du sprichst über den Familienalltag, Erziehung oder Produkterfahrungen mit Kindern.
- Essen und Genussmittel: Du teilst Rezepte, kochst vor der Kamera oder bewertest Produkte und Restaurants
- Nachhaltigkeit: Du vermittelst Wissen zu Umweltthemen, bewusstem Konsum und Zero-Waste-Ansätzen.
- Fitness und Gesundheit: Du motivierst mit Trainingsplänen, Ernährungstipps oder Einblicken in deinen Lebensstil.
- Gaming: Du streamst Inhalte, gibst Einblicke in aktuelle Spiele und baust eine Community auf.
- Reisen: Du berichtest von Orten, Erlebnissen und gibst Tipps zu Unterkünften oder Aktivitäten.
- Musik: Du präsentierst eigene Werke, analysierst Trends oder berichtest von Konzerten.
- Mode: Du kombinierst Outfits, gibst Stylingtipps oder teilst Trends aus der Fashion-Welt.
- Beauty: Du zeigst Pflegeroutinen, Schminktipps oder testest Produkte.
- Business: Du teilst Einblicke in deine Branche, gibst Ratschläge oder positionierst dich als Fachexperte.
2. Wähle deine Kanäle
Als Influencer bist du in sozialen Netzwerken aktiv, doch nicht jede Plattform ist für jede Art von Content in gleichem Maße geeignet. Welcher Kanal sich für dich eignet, hängt davon ab, welche Inhalte du produzieren willst und wo deine Zielgruppe am besten erreichbar ist.
- Instagram eignet sich besonders für visuelle Formate wie Fotos, Storys und kurze Reels. Wenn du in Bereichen wie Mode, Lifestyle oder Reisen unterwegs bist, bietet die Plattform gute Voraussetzungen für den Aufbau einer aktiven Followerschaft.
- YouTube ist die richtige Wahl, wenn du längere Videos wie Tutorials, Erfahrungsberichte oder VLogs produzierst. Die Plattform eignet sich für den Aufbau einer treuen Community und bietet langfristige Möglichkeiten zur Monetarisierung. In unserem Ratgeber zeigen wir dir, wie du mit YouTube Geld verdienen kannst.
- TikTok setzt auf kurze, kreative Clips mit hoher Reichweite. Wenn du spontan unterhaltsamen Content erstellst, kannst du auf TikTok eventuell vergleichsweise schnell durchstarten.
- Twitch ist für Livestreaming konzipiert und eignet sich daher vorwiegend für Gaming-Content oder Formate, bei denen du in Echtzeit mit der Community interagieren möchtest.
- Pinterest funktioniert vor allem als Inspirationsplattform. Wenn dein Content in Richtung DIY, Interior oder Food geht, kannst du hier gezielt visuelle Inhalte platzieren und Affiliate-Partnerschaften eingehen, um als Influencer mit Pinterest Geld zu verdienen.
Grundsätzlich kannst du auf mehreren Plattformen präsent sein. Für den Anfang ist es jedoch sinnvoll, sich auf einen Kanal zu konzentrieren und dort systematisch Reichweite aufzubauen.
3. Entwickle einen Content-Plan
Sobald du deinen Kanal eingerichtet hast, beginnt die eigentliche Arbeit: die Erstellung und Planung deiner Inhalte. Dein Content ist der zentrale Baustein deiner Personenmarke. Spontane Posts oder unregelmäßige Beiträge mögen auf privaten Profilen ausreichen, für den professionellen Aufbau einer Followerschaft jedoch nicht.
Lege dir daher eine Content-Strategie zurecht. Definiere deine Ziele, deine Zielgruppe und die thematischen Schwerpunkte, die du regelmäßig bespielen möchtest. Diese strategische Grundlage hilft dir, konsistent zu kommunizieren und Inhalte zu veröffentlichen, die relevant und authentisch sind.
Ein strukturierter Redaktionsplan ist dabei unverzichtbar. Plane im Voraus, welche Inhalte du wann veröffentlichen willst und stimme diese auf Plattform, Format und Rhythmus ab. So stellst du sicher, dass deine Follower regelmäßig mit neuen Inhalten versorgt werden und der Algorithmus der Plattform die Interaktionsrate positiv bewertet.
Besonders in stressigen Phasen hilft ein klarer Plan, kreative Blockaden zu vermeiden und die Posting-Frequenz konstant zu halten. Nutze bei Bedarf ein Social-Media-Kalendertool, um Beiträge vorzuplanen und automatisiert zu veröffentlichen.
4. Erstelle regelmäßig Content und baue Reichweite auf
Um als Influencer sichtbar zu werden, reicht es nicht, gelegentlich Inhalte zu posten und auf Reichweite zu hoffen. Du musst deine Followerzahl gezielt ausbauen – durch Planung, Qualität und aktiven Community-Aufbau.
Achte auf den richtigen Veröffentlichungszeitpunkt. Je nach Plattform und Zielgruppe unterscheidet sich das ideale Timing. Analysiere deine bisherigen Beiträge oder orientiere dich an Studien und Erfahrungswerten aus deiner Nische.
Der Inhalt selbst muss überzeugen. Hochwertiger Content mit einer klaren Botschaft ist essenziell, um neue Nutzer zu gewinnen und eine treue Fangemeinde aufzubauen. Storytelling und authentische Einblicke machen deine Inhalte greifbar und unterhaltsam.
Reagiere zudem auf Kommentare, beantworte Nachrichten, nutze Umfragen und beziehe deine Community aktiv ein. So erhöhst du die Interaktionsrate und stärkst die Bindung zu deinen Followern.
Zusätzlich hilft dir Networking weiter: Tausche dich mit anderen Influencern aus, verlinke sie in deinen Inhalten (Shoutouts), arbeite gemeinsam an Formaten oder triff neue Kontakte bei Events und Branchentreffen. Kooperationen mit thematisch passenden Profilen erhöhen zudem deine Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit.
Auch gilt: Kaufe keine Follower. Gekaufte Accounts bringen weder Interaktionen noch Vertrauen und können deiner Reichweite langfristig schaden. Plattformen werten solche Praktiken negativ und können Accounts sogar einschränken.
5. Gewinne Werbekunden für dich
Werbepartner sind eine zentrale Einnahmequelle für Influencer. Unternehmen sind besonders an Profilen interessiert, die eine definierte Zielgruppe erreichen und regelmäßig mit ihrer Community interagieren. Ab einer gewissen Followerzahl – je nach Branche bereits ab rund 1.000 aktiven Nutzerinnen und Nutzern – lohnt es sich, potenzielle Partner direkt anzusprechen.
Warte nicht passiv auf Anfragen. Besonders in kleineren Nischen kann sich eine gezielte Ansprache lohnen. Stelle sicher, dass deine Anfrage professionell wirkt. Dazu gehört ein aussagekräftiges Media-Kit mit folgenden Inhalten:
- Kurzvorstellung deiner Personenmarke
- thematischer Fokus und Zielgruppe
- Kennzahlen wie Reichweite, Interaktionsrate und Zielgruppenstruktur
Idealerweise bringst du bereits konkrete Vorschläge für eine Kooperation ein. Je klarer du aufzeigst, wie das Produkt zur Botschaft deines Kanals passt und welchen Mehrwert es für deine Zielgruppe hat, desto eher wird sich das Unternehmen für eine Zusammenarbeit entscheiden.
So verdienst du als Influencer Geld
Um als Influencer Geld zu verdienen, brauchst du mehr als nur eine wachsende Followerzahl. Entscheidend ist, dass du deine Reichweite gezielt vermarktest und passende Monetarisierungsstrategien entwickelst. Dabei stehen dir verschiedene Einnahmequellen zur Verfügung, abhängig von deiner Nische, Zielgruppe und Plattform.
Werbepartnerschaften
Die häufigste Einnahmequelle im Influencer-Marketing sind bezahlte Kooperationen mit Unternehmen. Du wirst dafür vergütet, Produkte oder Dienstleistungen in deinen Inhalten zu platzieren – etwa im Rahmen von gesponserten Posts, Storys oder Videos. Je nach Reichweite und Engagement können die Honorare stark variieren. Wichtig ist, dass du werbliche Inhalte immer als Werbung kennzeichnest und nur Marken auswählst, die zu deinem Kanal und deinen Werten passen.
Affiliate-Marketing
Beim Affiliate-Marketing verdienst du an Verkäufen, Klicks oder Leads, die über werbliche Links zustande kommen. Du empfiehlst etwa ein Produkt und verlinkst es. Kommt über diesen Link ein Kauf zustande, erhältst du eine Provision.
Dieses Modell ist besonders interessant für thematisch fokussierte Kanäle, etwa im Technik-, Beauty- oder Lifestyle-Bereich.
Werbung über Plattformen
Plattformen wie YouTube ermöglichen es dir, automatisch Werbung vor, während oder nach deinen Videos einzublenden. Du erhältst einen Anteil an den Werbeeinnahmen, abhängig von der Anzahl der Aufrufe und der Relevanz deiner Inhalte. Die Beträge sind oft gering, können aber ein stabiles Grundrauschen erzeugen, sofern du regelmäßig Content produzierst.
Zudem kannst du in deinen Videos auf Produkte von Werbepartnern aufmerksam machen und so zusätzliche Einnahmen generieren.
Eigene Produkte und Merchandising
Viele Influencer entwickeln eigene Produkte oder Merchandise-Artikel, um unabhängiger von Drittanbietern zu werden. Das können Online-Kurse, Bücher, Kleidung oder Kosmetikprodukte sein, die etwa über einen eigenen Onlineshop vertrieben werden. Diese Form der Monetarisierung eignet sich besonders für Influencer mit einer starken Community und einer klaren Markenidentität.
Markenbotschafter und Kampagnen-Gesichter
Mit wachsender Bekanntheit besteht die Möglichkeit, langfristige Kooperationen als Markenbotschafter einzugehen, etwa für größere Kampagnen oder Produktlinien. In diesem Fall trittst du nicht nur als Vermittler auf, sondern wirst selbst Teil der Markenkommunikation. Das setzt eine hohe Glaubwürdigkeit und eine klar positionierte Personenmarke voraus.
Speaker-Engagements und Auftritte
Wenn du dich in einer bestimmten Nische als Expertin positioniert hast, kannst du auch außerhalb der sozialen Medien Geld verdienen – etwa als Speaker bei Veranstaltungen, Online-Konferenzen oder Workshops. Solche Engagements zahlen nicht nur Honorare, sondern stärken auch deine Außenwahrnehmung als professioneller Influencer.
Weitere Kooperationen für Influencer im Überblick
Im Influencer-Marketing gibt es eine Vielzahl weiterer Kooperationsformen, die je nach Zielsetzung, Plattform und Stärke deiner Marke eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem:
- Account-Takeover: du übernimmst temporär den Social-Media-Kanal eines Unternehmens und veröffentlichst Inhalte direkt auf dessen Profil. So erreichst du eine neue Zielgruppe, während die Marke von deinem Stil und deiner Reichweite profitiert.
- Eventteilnahmen: Unternehmen laden dich zu Veranstaltungen, Produktvorstellungen oder Erlebnisevents ein. Du berichtest in Echtzeit oder im Nachgang über deine Eindrücke – meist über Storys, Posts oder Videos.
- Gewinnspiele: Gemeinsam mit Marken veranstaltest du Verlosungen, um Reichweite, Interaktionsrate oder Produktbekanntheit zu steigern.
- Live-Events und Streams: In einem Livestream stellst du Produkte oder Inhalte vor, beantwortest Fragen und interagierst direkt mit deiner Community.
- Lookbooks: Du kombinierst mehrere Produkte wie Outfits, Accessoires oder saisonale Artikel in einem visuellen Format.
- Product Reviews: Du testest ein Produkt und teilst deine ehrliche Meinung. Diese Inhalte sind besonders wirkungsvoll, wenn sie nachvollziehbar und transparent gestaltet sind.
- Rabattcodes: Du gibst deiner Community exklusive Preisvorteile über individuelle Gutscheincodes. Das fördert Verkäufe und stärkt die Bindung zwischen Marke und Zielgruppe.
- Tutorials: Du erstellst Anleitungen oder erklärende Inhalte, die zeigen, wie ein Produkt funktioniert oder angewendet wird.
- UGC – User Generated Content: Du produzierst Content (z. B. Fotos, Videos), den das Unternehmen auf eigenen Kanälen nutzen darf, etwa für Social-Media-Posts oder Werbeanzeigen.
- Unboxings: Du packst neue Produkte vor der Kamera aus und zeigst deine erste Reaktion. Diese Form der Vorstellung wirkt in der Regel authentisch und erzeugt Neugier bei der Community.
Das ist im Umgang mit Kooperationspartnern wichtig
Bestimme gemeinsam mit dem Unternehmen schriftlich die Kampagnenziele, die Art der Inhalte, das Veröffentlichungsdatum und die Vergütung. Auch Ausfallregelungen – etwa bei Krankheit – sollten vertraglich geregelt sein.
Wähle nur Partner, deren Produkte zu deiner Zielgruppe und Marke passen. Glaubwürdigkeit ist meist wichtiger als kurzfristiger Gewinn. Lass dir zudem ein detailliertes Briefing zu den Anforderungen des Unternehmens geben, ohne deine kreative Freiheit einzuschränken.
Analysiere nach der Veröffentlichung die Performance: Welche Inhalte haben funktioniert und wie hat deine Community reagiert? So kannst du zukünftige Werbepartnerschaften gezielter gestalten.
Sobald du Einnahmen erzielst, gelten auch rechtliche Anforderungen. Dazu zählen etwa die Gewerbeanmeldung, Datenschutz und steuerliche Pflichten. Informiere dich frühzeitig, um rechtlich abgesichert zu arbeiten.
Werbung muss klar gekennzeichnet sein
Sobald du für Inhalte eine Gegenleistung erhältst – sei es Geld, Produkte oder andere Vorteile –, bist du verpflichtet, diese Beiträge als Werbung zu kennzeichnen.
Die Anforderungen an eine korrekte Kennzeichnung sind nicht abschließend geregelt und können sich je nach Plattform, Inhalt und Land unterscheiden. Informiere dich daher regelmäßig über die aktuelle Rechtslage. Und halte dich unbedingt an alle rechtlichen Vorgaben.
Was kannst du als Influencer verdienen?
Der Verdienst als Influencer hängt stark von der Followerzahl, dem Engagement deiner Community, der Plattform sowie der Nische ab. Eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich. Dennoch gibt es typische Spannen und Preismodelle, an denen du dich orientieren kannst.
Verdienst pro Post (nach Reichweite)
Laut der Studie Data from our Study of 1,865 Instagram Influencers
von HypeAuditor (Stand: Juni 2021) verdienen Influencer im Durchschnitt 2.970 US-Dollar pro Monat. Das entspricht rund 2.700 Euro.
In der Kategorie der Nano-Influencer (1.000 – 10.000 Follower) liegt der Mittelwert bei 1.420 US-Dollar pro Monat (ca. 1.300 Euro). Bei steigender Reichweite erreichen Mega-Influencer (> 1 Mio. Follower) im Schnitt 15.356 US-Dollar pro Monat (rund 14.000 Euro) und damit klar fünfstellige Einkünfte.
Für Honorare pro Instagram-Post nennt die Studie:
- Makro-Influencer (100.000 bis 1 Mio. Follower): 70,7 % der Befragten erhalten unter 100 US-Dollar pro Post (bis ca. 100 Euro).
- Mega-Influencer (mehr als 1 Mio. Follower): 46,1 % der Befragten verdienen 1.000–2.000 US-Dollar pro Post (1.000–2.000 Euro).
Diese Werte variieren je nach Branche, Plattform und Kampagnenumfang. Besonders in spezialisierten Märkten (Finanzen, B2B etc.) können die Honorare vergleichsweise hoch ausfallen.
Preismodelle im Influencer-Marketing
Neben festen Honoraren arbeiten viele Unternehmen mit leistungsbezogenen Modellen:
- CPE (Cost per Engagement): Bezahlung erfolgt auf Basis der Interaktionsrate – z. B. Likes, Kommentare oder Shares.
- TKP (Tausender-Kontakt-Preis): Abrechnung pro 1.000 erreichte Nutzer, häufig bei großflächigen Kampagnen eingesetzt.
- Affiliate-Modell: Du erhältst eine Provision für Verkäufe, Klicks oder Leads, die über deine Empfehlungen generiert werden.
In der Praxis werden häufig Mischformen genutzt, etwa ein fester Beitragspreis kombiniert mit Performance-Boni. Auch kostenfreie Produktzusendungen oder Rabatte sind Teil vieler Partnerschaften.
Influencer werden: Ist ein Gewerbe notwendig?
Sobald du mit deinen Inhalten Geld verdienen möchtest – etwa durch Affiliate-Links, gesponserte Beiträge oder andere Monetarisierungsmodelle –, ist in der Regel eine Gewerbeanmeldung erforderlich. Eine klare Gewinnabsicht genügt, damit die Tätigkeit offiziell als gewerblich gilt.
Die Anmeldung erfolgt beim örtlichen Gewerbeamt und kostet meist zwischen 30 und 40 Euro. In vielen Städten lässt sich das Verfahren auch online erledigen.
Nach der Anmeldung meldet sich das Finanzamt mit dem sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Darin musst du unter anderem angeben:
- Welche Leistungen oder Inhalte du anbietest.
- Mit welchen Einnahmen und Gewinnen du rechnest.
- Ob du Angestellte beschäftigen willst.
- Welche Rechtsform du wählst.
Auf Basis deiner Angaben legt das Finanzamt fest, wie deine steuerliche Behandlung aussieht.
Auch eine Mitgliedschaft bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist verpflichtend. Solange deine Einnahmen gering sind, profitierst du in der Regel von einem reduzierten Beitragssatz.
Risiken, die Influencer beachten sollten
Neben der Frage nach der Gewerbeanmeldung musst du weitere rechtliche Pflichten beachten, etwa im Bereich des Datenschutz- und Urheberrechts. Zudem sind deine Einnahmen für gewöhnlich steuerpflichtig – das gilt meist auch dann, wenn du als Influencer nur nebenbei Geld verdienen möchtest.
Steuerrisiken
Sobald du Einnahmen erzielst, gelten für dich die gleichen Pflichten wie für andere Gewerbetreibende. Dazu gehören Buchführung, Steueranmeldungen und die korrekte Versteuerung von Einnahmen. Auch Produktgeschenke müssen gegebenenfalls als Sachbezüge angegeben werden.
Online-Tools können dir bei der Organisation helfen, dennoch ist bei Unsicherheiten eine Beratung durch ein Steuerbüro ratsam, um Nachzahlungen oder Strafen zu vermeiden.
Rechtliche Risiken
Unzureichend gekennzeichnete Werbepartnerschaften können Abmahnungen und hohe Kosten nach sich ziehen. Auch Verstöße gegen das Marken- oder Datenschutzrecht und die Datenschutz-Grundverordnung, kurz: DSGVO solltest du unbedingt vermeiden. Zusätzlich sind gewerbetreibende Influencer verpflichtet, ein vollständiges Impressum zu führen.
Zur Absicherung empfiehlt sich häufig der Abschluss einer Berufshaftpflicht- oder Medienhaftpflichtversicherung, die im Schadensfall rechtliche Ansprüche prüft und die entstehenden Kosten übernimmt.
Als Content Creator darfst du zudem keine fremden Bilder, Videos, Musik oder Texte verwenden, ohne die entsprechenden Nutzungsrechte zu besitzen. Greife stattdessen auf eigene Inhalte, lizenzfreie Materialien oder kostenpflichtige Angebote zurück. So vermeidest du teure Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen.
Technische und digitale Risiken
Technische Ausfälle, Datenverluste oder Cyberangriffe können deine Arbeit stören und Einnahmequellen blockieren. Besonders bei einer größeren Reichweite steigt das Risiko, ins Visier von Hackern zu geraten.
Eine Cyberversicherung kann in solchen Fällen wichtige Unterstützung leisten. Sie unterstützt dich etwa bei der Datenrettung, IT-Forensik oder bei der Abwehr von Erpressungsversuchen.
Fazit: Influencer werden – mit einer klaren Strategie und realistischen Erwartungen
Influencer zu werden ist eine unternehmerische Entscheidung, die Planung, Disziplin und ein klares Ziel erfordert. Erfolgreich ist vor allem, wer kontinuierlich Inhalte erstellt, seine Zielgruppe versteht und Reichweite systematisch aufbaut. Erfolg ist dabei nicht garantiert. Du solltest keinesfalls deinen Hauptberuf aufgeben, ehe sich langfristiger Erfolg absehen lässt und du finanziell als Influencer auf festen Beinen stehst.
Der Aufbau einer eigenen Personenmarke, die Auswahl passender Kanäle und eine professionelle Herangehensweise an Kooperationen und rechtliche Rahmenbedingungen sind zentrale Voraussetzungen. Eine Monetarisierung ist möglich – insbesondere durch Werbepartnerschaften, Affiliate-Modelle und eigene Produkte – setzt aber ein strukturiertes Arbeiten, eine gut durchdachte Strategie und Ausdauer voraus.
Wer Influencer werden will, sollte die Tätigkeit als langfristiges Projekt mit wirtschaftlichem Fokus verstehen, nicht aber als kurzfristiges Unterfangen.
Marketing-Expertin Charleen Cziesla
Charleen hat langjährige Berufserfahrung in den Bereichen digitales Marketing, Social Media und Influencer-Marketing. Sie bereichert unser Team mit ihrem breit gefächerten Wissen zu aktuellen Plattformen, Strategien und Trends.