Was können Affiliates und Influencer voneinander lernen? Insights & Inspiration für 2026
Influencer- und Affiliate-Marketing wachsen immer mehr zusammen. Während Influencer Community und Storytelling prägen, liefern Affiliates messbare Performance. In der neuen Creator Commerce-Welt profitieren sie voneinander mehr denn je.
Was unterscheidet Affiliates und Influencer 2025?
Affiliates in Kurzform
Affiliates sind klassisch performance-orientiert. Sie denken in Klicks, Conversion Rates und Earnings per Click. Der Content auf ihren Kanälen ist gezielt auf die beworbenen Produkte und Denstleistungen der Partner abgestimmt.
Kernmerkmale von Affiliates
- Fokus im Affiliate-Marketing liegt auf messbaren Sales und Provisionen, auf Traffic aus Suchmaschinen und auf eigenen Plattformen
- Starke Datenorientierung und Testing von Landingpages, Funnels (Weg vom ersten Kontakt bis zum Kauf) und Creatives
- Langfristiger Aufbau von Rankings und Evergreen-Content (dauerhaft relevante Inhalte)
Influencer in Kurzform
Influencer sind primär auf Social-Plattformen unterwegs. Sie bauen Communities rund um ihre Persönlichkeit auf und monetarisieren ihre Kanäle über Brand Deals, Sponsoring und zunehmend auch über Affiliate-Links, Creator Shops und eigene Produkte.
Kernmerkmale von Influencern
Kurz gesagt: Affiliates optimieren seit Jahren auf Performance, Influencer auf Beziehung und Wirkung. 2025 und 2026 wird beides gebraucht.
Wer nutzt soziale Medien in Deutschland?
In Deutschland sind 65,5 Millionen Menschen auf Social Media aktiv, also rund 78 Prozent der Bevölkerung. Viele davon folgen aktiv Creators und lassen sich bei Kaufentscheidungen von ihnen beeinflussen. Laut einer NielsenIQ-Studie kaufen bereits rund zehn Prozent der deutschen Online-Shopper direkt über den TikTok-Shop ein. Dies zeigt, wie stark Creator-Inhalte das tatsächliche Kaufverhalten prägen.
Die Nutzung ist dabei stark altersabhängig. Besonders die jüngeren Gruppen sind nahezu vollständig auf Social Media vertreten. Laut dem Digital 2025 Report von We are Social nutzen in Deutschland 94 Prozent der 16- bis 24-Jährigen und 92 Prozent der 25- bis 34-Jährigen soziale Netzwerke. Selbst in der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen sind noch rund 72 Prozent aktiv.
Das Kaufverhalten unterscheidet sich jedoch deutlich nach Alter. Laut dem Statistischen Bundesamt haben rund 90 Prozent der 25- bis 54-Jährigen bereits online eingekauft und stellen damit die aktivste Onlineshopping-Gruppe dar. Die 55– bis 74-Jährigen weisen mit 73 Prozent zwar den niedrigsten Anteil auf, verzeichnen aber den stärksten Zuwachs beim Onlinekauf in den letzten Jahren.
Diese Entwicklung zeigt, dass insbesondere die mittleren und älteren Altersgruppen zunehmend online einkaufen und damit eine hohe reale Kaufkraft in digitale Kanäle verlagern. Während jüngere Nutzer vor allem Reichweite und Interaktion bringen, verfügen die Altersgruppen ab etwa 35 Jahren über stabilere Einkommen und tätigen häufiger größere Anschaffungen, etwa für Kleidung, Technik, Reisen oder Wohnen.
Rückblick 2018 bis 2025: Wie sich beide Welten angenähert haben
Die letzten Jahre haben die Grenzen zwischen Affiliate und Influencer stark verwischt.
Wichtige Entwicklungslinien
Influencer-Marketing ist massiv gewachsen. Social Commerce ist explodiert. TikTok, Instagram und Facebook integrieren Shops, Live Shopping und shoppable Videos direkt in den Feed. Der komplette Kaufprozess findet in der App statt. Der europäische Social Commerce Markt lag laut Analysen von ZEOS bereits 2024 bei 383,95 Milliarden USD und könnte bis 2033 auf über 3,5 Billionen USD steigen.
Performance-basierte Influencer-Deals werden wichtiger. Brands koppeln Budgets zunehmend an messbare KPIs wie Sales, ROAS oder Neukunden. Cyber Monday und andere Peak-Tage zeigen, wie stark Creator die Kasse klingeln lassen. Affiliates und Influencer machten am Cyber Monday 2024 laut dem Market Data Forecast rund ein Fünftel des gesamten US E-Commerce-Umsatzes aus.
Das Resultat: Influencer werden messbarer, Affiliates werden visueller und social. Genau hier entsteht Creator Commerce.
Gemeinsame Schnittmenge Creator Commerce 2025
Creator Commerce meint eine Welt, in der Content Creator direkt Produkte und Dienstleistungen verkaufen können, ohne Umwege über klassische Shops oder Zwischenstufen. Laut der ECC Club Studie 2025 von ECC Köln entdecken 69 Prozent der deutschen Social Media Nutzer neue Produkte über soziale Netzwerke. Rund neun Prozent haben bereits im TikTok-Shop gekauft.
Typische Schnittmengen
Social Commerce und In-App Shopping-Plattformen wie der TikTok-Shop und Instagram Shopping verbinden Content, Community und Checkout in einem Interface. Produkte werden direkt aus Reels, Lives oder Kurzvideos gekauft. Shoppable Videos und Live Shopping-Events entwickeln sich zu einem zentralen Wachstumstreiber, mit einem stark steigenden Anteil am Social Commerce Umsatz bis 2026.
Performance Deals mit Creators: Immer mehr Kampagnen laufen als Hybrid aus Fixhonorar plus Performance-Anteil, beispielsweise in Formen von Affiliate-Provisionen, Umsatzbeteiligungen oder Boni bei der Zielerreichung.
- Für Affiliates heißt das: Du bewegst dich von statischen Vergleichstabellen zu dynamischen, Social first-Formaten.
- Für Influencer heißt das: Du bewegst dich weg von reinen Image-Kampagnen und hin zu klar messbarer Performance.
Was Affiliates von Influencern lernen können
1. Community statt nur Traffic
Viele Affiliates setzen noch auf anonyme Reichweite. Influencer zeigen, wie wertvoll eine echte Community ist, die dir vertraut, dir antwortet und dir über Plattformen hinweg folgt.
Learnings
- Baue eine persönliche Marke auf, statt einzig auf Nischenseiten zu setzen.
- Setze auf echte Interaktion über Kommentare, DMs, Umfragen und Live-Events.
2. Storytelling und Short Form Content
Kurzvideos sind der dominante Content-Stil auf Social Media. Studien zeigen, dass kurze Videos unter 60 Sekunden zu den Formaten mit dem größten Wachstum gehören.
Learnings
- Erkläre Affiliate-Angebote in Reels, Shorts und TikToks.
- Entwickle Storytelling rund um persönliche Erfahrungen, Probleme und Lösungen.
- Biete Vorher-Nachher-Situationen an statt nur
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.
3. Personal Branding für bessere Deals
Influencer profitieren von Wiedererkennung und klarer Positionierung. Affiliates können ähnliche Effekte nutzen.
Mögliche Schritte je nach Nische:
- Definiere eine klare Position, zum Beispiel
Tech-Empfehlungen für Studis
. - Nutze auf all deinen Plattformen eine einheitliche Bildsprache, Profilbilder und Bios.
- Zeige auf Events, in Communities und Podcasts Präsenz, um als Experte wahrgenommen zu werden.
Was Influencer von Affiliates lernen können
1. Performance-Denken und Funnel-Strategien
Viele Influencer kennen ihre Klickzahlen und Views, aber nicht ihren echten ROI (Return of Investment). Affiliates arbeiten seit Jahren mit Conversion-Tracking, A/B-Tests und Funnel-Optimierung.
Was Influencer übernehmen könnten:
- Nutze Tools für sauberes Tracking.
- Plane die Funnels – vom Hook im Video über den Lead-Magnet bis hin zur Sales-Page.
- Teste in deinen Kampagnen systematisch Formate, Hooks, CTAs und die Platzierung von Links.
2. Langfristige Monetarisierung
Affiliates monetarisieren ihr Business auch über Evergreen-Content, der noch Jahre später Umsatz bringt. Influencer-Kampagnen sind oft einmalige Aktionen.
Learnings
- Erstelle Evergreen-Videos und Guides mit zeitloser Relevanz statt reinen Trend-Inhalten.
- Bau dir eigene Assets auf, statt nur auf die Plattformreichweite zu setzen: mit E-Mail-Listen, Membership, einer eigenen Community.
- Setze für stabilere Einnahmen auf eine Mischung aus Fixhonoraren, Affiliate-Deals und eigenen Produkten.
3. Skalierbare Systeme und KI-Einsatz
Affiliates nutzen KI-Tools für Content-Planung, Textproduktion, Creatives, A/B-Tests und Reporting.
Was Influencer übernehmen könnten:
- KI für Content-Ideen, Skripte und Captions.
- Automatisierte Auswertung von Kampagnen und Content-Performance.
- KI-basierte Personalisierung etwa unterschiedlicher Hooks oder Thumbnails für verschiedene Zielgruppen.
Konkrete Praxis-Tipps für 2026
Tipps für Affiliates
- Starte ein Social Format passend zu deiner Nische, zum Beispiel wöchentliche Produkt-Hacks in Kurzvideos.
- Gib deiner Marke ein Gesicht, selbst wenn ein Team dahintersteht.
- Integriere in deine Landingpages Social Proof-Testimonials, UGC und Creator-Zitate.
- Teste Performance-Kooperationen mit Micro-Influencern als Trafficquelle.
Tipps für Influencer
- Nimm dir einen typischen Affiliate-Funnel als Vorlage.
- Bestehe bei Kooperationen auf klar definierten KPIs und beteilige dich an der Performance-Auswertung.
- Nutze Affiliate-Programme parallel zu Fixkampagnen, um deine Inhalte länger monetarisieren zu können.
- Dokumentiere in einem Creator Media Kit nicht nur die Reichweite, sondern alle Zahlen inklusive Conversion Rates.
Tipps für Brands und Programme
- Entwickle hybride Modelle, die Influencer und Affiliates zusammenbringen, zum Beispiel gemeinsame Kampagnen mit Content Creator und performanceorientierter Vergütung.
- Nutze in deinen Affiliate-Strategien shoppable Posts und Live Shopping.
- Bau ein Creator Programm auf, das sowohl klassische Affiliates als auch Influencer integriert, statt beides getrennt zu steuern.
Fazit: Creator Commerce als gemeinsame Zukunft
2025 ist die Grenze zwischen Influencer und Affiliate nicht mehr eindeutig. Viele spannende Modelle liegen dazwischen.
Affiliates, die Community, Storytelling und Kurzvideos beherrschen, können ihre Performance-Stärke auf neue Kanäle ausweiten. Influencer, die Performance-Denken, Funnels und langfristige Monetarisierung adaptieren, werden für Brands unverzichtbare Umsatzpartner.
Wenn du die Stärken beider Welten kombinierst, wirst du vom reinen Traffic-Lieferanten oder Werbegesicht zur echten Creator Commerce-Marke, die Community aufbaut und Umsatz liefert. Genau das suchen viele Programme und Advertiser 2026.